Aktuelle Infos zu Kernkraft und Atommüll-Endlagersuche
Neues Jahr, neues Glück: Der tschechische Premierminister Andrej Babiš (auch bekannt als Agent “Bureš“) hat in Vorbereitung des informellen Gipfels im Februar 2026 zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit unter anderem der EU-Präsidentin von der Leyen und Ratsvorsitzendem Antonio Costa wie auch seinen KollegInnen Regierungschefs folgende Wünsche, die nahezu vollständig das Energiethema betrafen, präsentiert[1]:
In seinem mit 2.2.2026 datierten Brief nennt er als ersten konkreten Punkt Energie und erklärt die Versorgung mit verfügbarer und bezahlbarer Energie, die Investitionssicherheit, einfachere und vorhersehbare Vorschriften und schnellere Genehmigungsverfahren als Grundvoraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit Europas für notwendig. Im übernächsten Satz wiederholt er dann zur Bekräftigung dasselbe in anderen Worten.
Sodann folgt eine ganz konkrete Liste, auch hier betreffen fast alle Vorschläge die Energieerzeugung. Dabei ist implizit klar, dass es meist um Großprojekte geht, gerne auch als “Infrastrukturprojekt“ bezeichnet und hier vor allem Atomkraftwerke gemeint sind. Die Ermöglichung von Erneuerbaren wird in der Tschechischen Republik bekanntlich kaum betrieben.
Weiters fordert Premierminister Andrej Babiš die EU zu folgenden Maßnahmen auf:
Weiters erfahren wir in diesem Brief, dass an der endgültigen Aufweichung der Taxonomie-Kriterien bereits mit anderen Mitgliedstaaten gearbeitet würde. Anzunehmen ist, dass es vor allem um die Abschaffung der Endlagerzeitplans in der Taxonomie geht, der 2050 als das Jahr vorschreibt, zu dem ein Endlager für hochaktive radioaktive Abfälle zumindest am Papier zu eröffnen ist.
Damit da auch was weitergeht, schließt er den Brief mit einem freundlichen Angebot: Seine MinisterInnen würden gerne konkrete Legislativvorschläge ausarbeiten.
Die Samthandschuhe sind ab, die Mitgliedsstaaten mit nuklearen Plänen werden dieses Jahr intensiv nutzen. Das sollten auch alle jene tun, die eine Vormachtstellung mehr oder weniger realistischer AKW-Neubauten auf Kosten der Erneuerbaren nicht begrüßen.
Der Artikel wurde verfasst von Patricia LORENZ und bearbeitet von Renate Brandner-Weiß.
[1] https://vlada.gov.cz/assets/media-centrum/aktualne/2026Dopis-euco-CZ.pdf
☰
×