Aktuelle Infos zu Kernkraft und Atommüll-Endlagersuche

Hnutí Duha (Freunde der Erde Tschechien) machten darauf aufmerksam, dass die Propaganda der Regierung, wonach nur Atomenergie und noch mehr Atomenergie, der einzige Weg wäre, einfach nicht richtig ist.
Zu diesem Thema hat Hnutí Duha einen Bericht ausgearbeitet, der die Kosten für die Förderung von Erneuerbaren mit denen für AKW vergleicht. Der Kostenvergleich zeigt, dass erneuerbare Quellen wie Wind, PV und Speicher wesentlich günstiger Strom liefern können als Atomkraftwerke.
Die Tschechische Republik gehört zu den Ländern mit dem geringsten Anteil an Erneuerbaren an der Stromerzeugung in der EU:
2024 lag sie nach Malta und Luxemburg, also an drittletzter Stelle, vor einer Insel und einem Kleinststaat. Grund sind mangelhafte Einspeisepreise für Erneuerbare, ganz im Gegensatz zu den Rundumsorglos-Paketen für AKW-Bau und Betrieb.
Eine der am meisten verwendeten Methoden zum Kostenvergleich der einzelnen Möglichkeiten der Stromerzeugung ist LCOE (Levelized Costs of Electricity).
Dieser Wert umfasst alle mit dem Bau und Betrieb eines Kraftwerks verbundenen Kosten (Investitionskosten für den Bau, Brennstoff, Betrieb, Wartung und Entsorgung) und legt sie auf in der Lebensdauer des Kraftwerks erzeugten Megawattstunden um. Für Großbritannien, Frankreich und China, also Länder, die Kraftwerke aller Art bauen, fällt die LCOE-Kennzahl für erneuerbare Energien wesentlich günstiger aus. Im Falle der europäischen Länder ist der Unterschied erheblich, die Details zeigt die nachstehende Tabelle.
Vergleich der Stromgestehungskosten laut Bloomberg New Energy (€/MWh) Ende 2023

Anfang 2026 macht Hnutí Duha darauf aufmerksam, dass in Tschechien die Erneuerbaren im Jahre 2024 einen Anteil von 19,21 % am Bruttoendenergieverbrauch hatten. Der Nationale Energie- und Klimaplan (NKEP) der Tschechischen Republik sieht vor, bis 2030 einen Wert von 30 % zu erreichen.
Soweit bekannt wurde von der neuen Regierung allerdings vor allem eines:
Nächstes Jahr wird über die beiden neuen Blöcke in Temelín entschieden werden. Der alt-neue Industrieminister Karel Havlíček sieht die zusätzliche Nuklearkapazität als unausweichlich und glaubt an die Poleposition von KHNP: „Ich glaube, dass sie für Temelin noch bessere Bedingungen als für Dukovany bieten können“. Er stellt aber klar, dass auch von den anderen Reaktorherstellern Angebote begrüßt werden.
Weitere Informationen:
Hnutí Duha, Bericht zu Kosten für die Förderung von Erneuerbaren und AKW (Tschechisch):
https://hnutiduha.cz/sites/default/files/publikace/2025/11/Co_nas_vyjde_levneji_-__obnovitelna_nebo_jaderna_cesta_web_0.pdf
Der Artikel wurde verfasst von Patricia LORENZ und bearbeitet von Renate Brandner-Weiß.
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