Aktuelle Infos zu Kernkraft und Atommüll-Endlagersuche

Komplikationen bei der Suche nach Lagerstätten – kein Unternehmen für Tiefbohrungen
Tiefbohrungen sollten ein wichtiger Bestandteil der geologischen Arbeiten sein, ohne die die erforderlichen Daten nicht erhoben werden können. Die Behörde für radioaktive Abfälle (SÚRAO) musste jedoch die fast ein Jahr dauernde Ausschreibung für Auftragnehmer absagen und begann mit der Vorbereitung einer neuen Ausschreibung. Dies führte zu weiteren Verzögerungen im ohnehin schon engen Zeitplan für die Untersuchungen.
Der von der tschechischen geologischen Behörde und der SURAO erstellte technische Bericht hielt es für notwendig, an jedem Standort sieben Bohrlöcher zu bohren – eines bis zu einer Tiefe von 1.200 m, zwei bis zu einer Tiefe von etwa 600 m und vier geneigte Bohrlöcher bis zu einer Tiefe von 300 m. Die SÚRAO fordert nun nur noch ein 600 m tiefes Bohrloch an jedem Standort und wird die anderen später anfordern. Es ist unrealistisch zu erwarten, dass dann bis 2030 die Daten aller Standorte ausgewertet werden können.
Einerseits leisten die betroffenen Gemeinden nach wie vor unvermindert Widerstand gegen ein mögliches Endlager für hochaktiven Atommüll. Neben Kundgebungen beschreiten die Kanidatenstandorte (Březový potok, Janoch (eigtl.Temelín), Hrádek na Jihlavsku a Horka na Třebíčsku, auch weiterhin den gerichtlichen Weg.
Tiefenbohrungen wieder verschoben
Der ehrgeizige Zeitplan für die Endlagersuche erlebte wieder einen Rückschlag. Denn um in die Regeln der Taxonomie für AKW zu passen, wurde die Endlagereröffnung von 2065 auf das geforderte Jahr 2050 vorgezogen.
Wichtig sind die Tiefbohrungen, deren Durchführungsdauer von den geplanten sieben Jahren nun auf die Hälfte reduziert wurde. Das geforderte Minimum wurde mit sieben Tiefenbohrungen je Standort – nicht je Gemeinde! – festgesetzt, d.h. einer bis zur Tiefe von 1200 m, zwei bis etwa 600 m und vier diagonale zu einer Tiefe von 300 m. Anscheinend ist Sicherheit verhandelbar, denn nun verlangt SÚRAO nur mehr eine Tiefbohrung zu 600 m an jedem Standort.
Es gibt nur sehr wenige Firmen, die so tiefe Bohrungen durchführen können und daher wurde stets angezweifelt, dass der Zeitplan gehalten werden könnte. Das bestätigte sich nun Anfang 2026, als die zuständige Atommüllagentur SÚRAO die Ausschreibung abbrechen musste und den Prozess nun neu vorbereiten wird.
Wie die langjährigen KritikerInnen der Plattform gegen das Endlager betonen, kann die Eile die Sicherheit gefährden, die für Tausende Jahre sichergestellt werden soll. Unvollständige Daten sind daher unzulässig, wie Michael Forman, der Sprecher der Plattform gegen das Endlager sagte: „Der Druck bei einer unvollständigen Datenlage schnell einen endgültigen Standort auszuwählen, führt zu einer Entscheidung mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die langfristige Sicherheit und zu Risiken für unsere Nachkommen.“
Der Artikel wurde verfasst von Patricia LORENZ und bearbeitet von Renate Brandner-Weiß.
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